Willkommen im Blog

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Die BA-BI Schweinfurt ist der Zusammenschluß der seit 1972 bestehenden Bürgeraktion Umwelt- und Lebensschutz u. der - nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl - 1986 entstandenen Bürgerinitiative gegen Atomanlagen. Wir kämpfen für den sofortigen Ausstieg aus der Atomwirtschaft, jetzt nach der Abschaltung "unseres" im 5 km Radius zur Stadt Schweinfurt gelegenen AKW Grafenrheinfelds für einen gesicherten Rückbau und engagieren uns aktiv für die Energiewende.
----- KKG Stilllegung und Rückbau - Einwendungen möglich bis 27.7.2016- Stellungnahme zum Ergebnis der Entlagerkommission
http://schweinfurt-ba-bi.blogspot.de

Dienstag, 10. Mai 2016

Ein Blick über den KKG Zaun Richtung Tschechien-Österreich - Spendenübergabe an Jakub Šiška und ausgestrahlt.de

Vor wenigen Tagen jährten sich die Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima zum 30./5. Mal. Anlass für die BA-BI Schweinfurt nicht nur mit Gebetsbändern, Fürbitten und festlichem Gottesdienst den atomaren Opfern zu gedenken, sondern auch bei der anschließenden Kundgebung u.a. einen Blick jenseits unserer Grenzen nach Österreich und Tschechien zu werfen.
Jakub Šiška, der Vertreter des grenzüberschreitend im Atomprotest und der Energiewende tätigen tschechisch-österreichischen Vereins "Gemeinsam für Sonne und Freiheit" berichtete den Teilnehmern über die Entwicklungen zur Atomkraft in seiner Heimat.  Zum historischen Background, Politik, Nutzung, Einstellung  und den daraus resultierenden Ergebnissen der Energiewende in Tschechien.


Tschernobyl wurde in Tschechien, wie auch in anderen Ostblockstaten heruntergespielt und hat dadurch in den Ländern einen anderen Stellenwert. Das hat Auswirkungen.
Obwohl Studien z.b. der Windkraft alleinige und 7x billigere Energieversorgung in Tschechien bescheinigen, setzt die Regierung auf Atomkraft und plant zu Temelín und Dukovany weitere Kernkraftwerke.  Finanziert mit Hilfe staatlicher Unterstützung,  in einem ähnlichen Model wie beim geplanten AKW Hinkley Point, obwohl Ökonomen vor der Unwirtschaftlichkeit warnen. Allein die administrative Vorbereitung bis 2025 soll mehr als 1 Millarde kosten.
 Das tschechische Energiekonzept sieht bis zum Jahr 2040 nur  25%  der Energieversorgung im regenerativen Bereich vor. Schlechte Erfahrungen in den letzten Jahren mit Großinvestoren, Spekulanten und "Mafiosi", die die solare Stromproduktion zu einer Goldgrube machten, brachten nach dem Preiseinbruch in der Photovoltaik dem Ökostrom ein schlechtes Image und so für bestehende Solarkraftwerke eine zusätzliche Ökostrombesteuerungen von 25% .

Mittlerweile gibt es lt. Jakub Šiška aber wieder Förderungen für kleine Solarsysteme, Biomasseanlagen, Kleinwasserkraftwerke, so wie auch Energiesparmaßnahmen. Das Bewusstsein für  die nötige Energiewende,  auch in der Bevölkerung,  wächst wieder.
Bereits 2000 hat der Verein Sonne und Freiheit österreichische und südböhmischen Aktivisten in Kontakt  gebracht und verschiedene Projekte wie z.B. eine Biogasanlage und solare Innovationen, entstanden. Seitdem haben vielfältige Begegnungen mit regelmäßigen grenzüberschreitenden Stammtischen, Exkursionen, Kulturveranstaltungen und Sprachkursen im Laufe der Jahre das Empfinden für Risiken der Atomkraft wieder wachsen lassen. Siehe dazu das ausführliche Manuskript von Jakub  Šiška und ein multimediales  Interview mit Radio Praha.

Die Bürgeraktion Umwelt- und Lebensschutz, Bürgerinitiative gegen Atomanlagen freute sich diese vielfältige bewusstseinsbildende Umweltarbeit mit einer Spende unterstützen zu können.  Der Vorstand der BA-BI überreichte am AKW Grafenrheinfeld, dem Vertreter des österreich-tschechischen Vereins "Freiheit und Sonne", Herrn Jakub Šiška einen Scheck in Höhe von 500 Euro mit den besten Wünschen für eine gemeinsame risikoarme sonnige Zukunft.

Renate Schraml-Fey Gaby Gehrold Peter Fuchs Hubert Lutz Jakub Šiška Christian Schäflein am AKW KKG 30 Jahre Tschernobyl

Am Abend im gemeinsamen Gespräch, konnten insbesondere die bis heute in verschiedenen Gremien politisch aktiven Gründungsmitglieder der BA-BI Schweinfurt,  Hans Fischer und Prof. Herbert Wiener, ihre langjährigen Erfahrungen austauschen, Projekte vorstellen, Informationen u. Unterlagen weitergeben und Kontakte knüpfen. Wir danken dafür.
Prof. Herbert Wiener, Jakub Šiška, Hans Fischer am 24.April 2016


Mit einem weiteren  Scheck in Höhe von 500 Euro konnte aufgrund der guten Ergebnisse des Abschaltfestes bereits die überregionale Anti-Atom-Arbeit von ausgestrahlt.de finanziell unterstützt werden.

Aktuell zeigt uns ein weiterer Blick über unsere Grenzen derzeit die hautnahe Gefahr erneuter Atomkatastrophen durch marode Atommeiler in Belgien. Jod-Tabletten, wie jetzt von der Regierung für die belgische Bevölkerung geordert, können nicht die Lösung für die Zukunft sein, sondern nur ein sofortiges Abschalten der Kernkraftwerke, lautet weiterhin die Forderung  der BA-BI.

http://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/BA-BI-unterstuetzt-Verein-in-Tschechien;art742,9219194


http://www.faz.net/agenturmeldungen/unternehmensnachrichten/temelin-ausbau-tschechien-will-akw-bauer-aus-china-ansprechen-14222857.html

http://www.euractiv.de/section/energie-und-umwelt/news/die-atomkraft-luecke/

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Sehr informativ auch die aktuelle Nano - Sendung vom 10. Mai 2016
Siehe auch dazu die verlinkte Nano -Sendung und die weiteren Infos
"Grenzwertiges Risiko

Umstrittene Atomanlagen in Europa

Deutschland ist von mehr als 70 Atomkraftwerken in den Nachbarländern umgeben. Besonders umstritten sind zum Teil Jahrzehnte alte Anlagen in Grenznähe.
  • Tihange in Belgien: Der Standort bei Lüttich ist 70 Kilometer von Aachen in Nordrhein-Westfalen entfernt. Block 2 war dort im März 2014 wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet worden und trotz Haarrissen im Dezember 2015 wieder ans Netz gegangen. Das Land Nordrhein-Westfalen und die Städteregion Aachen reichten im Februar 2016 gegen die Wiederaufnahme des Betriebs Klage am höchsten belgischen Verwaltungsgericht ein.
  • Cattenom in Frankreich: Das 1986 ans Netz gegangene Kernkraftwerk an der Mosel liegt am Dreiländereck Frankreich-Deutschland-Luxemburg. Luxemburg, das Saarland und Rheinland-Pfalz fordern seit langem die Stilllegung des Kraftwerks, in dem es schon Hunderte Störfälle gab. Frankreich lehnt das ab.
  • Fessenheim in Frankreich: Das älteste Atomkraftwerk des Landes liegt direkt am Rhein an der Grenze zu Baden-Württemberg. Beim Stresstest für Atomanlagen 2012 sahen Fachleute unter anderem Mängel bei der Prüfung von Erdbeben- und Flutgefahren. Ein Gutachten stufte Fessenheim als "sicherheitstechnisch unzureichende Anlage" ein. Das Atomkraftwerk soll bis Ende 2016 stillgelegt werden.
  • Beznau in der Schweiz: Ein Gutachten für das Stuttgarter Umweltministerium machte massive Sicherheitsmängel an dem Akw aus. Der Meiler steht direkt an der deutsch-schweizerischen Grenze bei Waldshut. Beznau ist seit 1964 am Netz und damit das älteste im Betrieb befindliche Atomkraftwerk der Welt.
  • Temelin in Tschechien: Der Meiler sowjetischen Bautyps ist 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Kritiker vor allem in Österreich und Deutschland sehen schwere Sicherheitsmängel bei der Anlage. Im Februar 2016 kritisierte auch die Leiterin der Atomaufsichtsbehörde in Prag die Sicherheitsvorkehrungen der Betreiberfirma für Temelin.
  • Saparoschjeh in der Ukraine: Der Reaktor hat schon in den 1990er Jahren durch Pannen von sich reden gemacht. Jetzt liegt er zudem noch in der Nähe des Kampfgebietes in der Ostukraine. Da der Meiler nicht gebunkert ist, können moderne Waffen dort enorme Schäden anrichten."