Willkommen im Blog

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Die BA-BI Schweinfurt ist der Zusammenschluß der seit 1972 bestehenden Bürgeraktion Umwelt- und Lebensschutz u. der - nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl - 1986 entstandenen Bürgerinitiative gegen Atomanlagen. Wir kämpfen für den sofortigen Ausstieg aus der Atomwirtschaft, jetzt nach der Abschaltung "unseres" im 5 km Radius zur Stadt Schweinfurt gelegenen AKW Grafenrheinfelds für einen gesicherten Rückbau und engagieren uns aktiv für die Energiewende.
----- KKG Stilllegung und Rückbau - Einwendungen möglich bis 27.7.2016- Stellungnahme zum Ergebnis der Entlagerkommission
http://schweinfurt-ba-bi.blogspot.de

Freitag, 6. Mai 2016

23.34 Milliarden sind ein Ablass, ein ErLösegeld, eine Farce, aber kein "faires Ergebnis"

 Denn alle weiteren Risiken trägt der Steuerzahler - und unsere Kinder und Kindeskinder! 
KKG Grafenrheinfeld 26. April 2016
Um einmal die Dimension dieses "Ablasses", dieses „Erlösungsgeldes“ der Atomwirtschaft aufzuzeigen: 
Der Autokonzern VW stellt aufgrund der Abgasskandale für 2015 über 16 Milliarden an Rückstellungen auf. 
Die  vier AKW-Betreiber E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW wollen sich dagegen mit gerademal 23 Milliarden für alle Ewigkeit vom Atommüll und den Lagerungskosten freikaufen. 

Die Tagesschau berichtete dazu einen Tag nach Tschernobyl: „Man habe sich dafür entschieden, dass die "kurzfristigen, überschaubaren" Aufgaben für Stilllegungen und Rückstellungen in der Verantwortung der Konzerne liegen. Für Zwischen- und Endlagerung solle dann der Staat zuständig sein….. An der Börse führte der Vorschlag der Atomkommission dazu, dass die Aktien der Atomkonzerne deutlich zulegten."

Die Betreiber erdreisten sich mit 23 Milliarden "über ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hinaus" belastet zu sein. Betreiber wie Aktionäre streichen also die Gewinne ein und die atomare „Zeche“ zahlt der Steuerzahler.  
Bereits  jetzt werden für die Atommülllagerung und den Rückbau mehr als 182 Milliarden veranschlagt,

 Auch NRW-Umweltminister Remmel kritisiert die  "Krokodils-Tränen" der Atomkonzerne: "Klar ist aber auch, dass die Summe wahrscheinlich nicht ausreichen wird, um die gesamten Altlasten des Atomzeitalters zu stemmen. Am Ende werden wohl die Menschen im Land die Zeche für diese verfehlte Energiepolitik mitbezahlen, während die satten Gewinne über Jahrzehnte an die Konzern-Aktionäre gingen."

Die Zeit schreibt: "Die vier Atomkonzerne in Deutschland – E.on, RWE, EnBW und Vattenfall – sollen nach dem Willen der Regierungskommission 23,34 Milliarden Euro für die Zwischen- und Endlagerung von Atommüll auf einen staatlichen Fonds übertragen. Das melden mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Teilnehmer. 
Die AKW-Betreiber könnten sich mit der Milliardenzahlung von den Kostenrisiken der Abfalllagerung freikaufen, sagten Mitglieder des Gremiums der Nachrichtenagentur Reuters. Der Beschluss der Kommission mit 19 Mitgliedern aus gesellschaftlichen Gruppen sei einstimmig gefallen. Die Empfehlung wird jetzt der Bundesregierung übermittelt. Es gilt als sicher, dass sie dem Votum folgen wird."

Jochen Stay, vielen Schweinfurtern auch noch vom Abschaltfest der BA-BI auf dem Marktplatz präsent, spricht klare Worte und bittet im aktuellen Newsletter von ausgestrahlt:

"Lesen, handeln und weiterschicken!
 Liebe Gaby Gehrold, wir AtomkraftgegnerInnen haben ein Problem: es macht einfach keinen Spaß, Recht zu behalten. Denn wenn unsere Warnungen eintreten, dann ist das ja meist eine schlechte Nachricht: Ja, der Super-GAU ist nicht nur eine theoretische Möglichkeit. Ja, das Bergwerk Asse ist nicht geeignet, um dort Atommüll einzulagern. Und jetzt: Ja, es wäre sinnvoll gewesen, den AKW-Betreibern rechtzeitig das Geld für die Folgekosten der Atomkraft abzunehmen, so lange noch mehr zu holen war.
Jetzt sehen es zwar fast alle so. Doch jetzt soll die Allgemeinheit haften. Jahrzehntelang wurde die Forderung der Anti-Atom-Bewegung nach einem öffentlich-rechtlichen Fonds abgelehnt. Wie gesagt: Es macht einfach keinen Spaß, Recht zu haben.
Dass auch bei der jetzigen wirtschaftlichen Situation der Stromkonzerne deutlich mehr drin gewesen wäre, als die Atom-Finanz-Kommission nun beschlossen hat und was sonst von deren Ergebnis zu halten ist, kannst Du hier in unserer Analyse lesen.
Und klar, bei allen eklatanten Mängeln sehen wir schon auch: Ohne den Protest vieler und ohne unser beharrliches Drängen hätte es noch nicht einmal einen Fonds mit 23 Milliarden gegeben. Das wiederum ist dann doch ein klein wenig erfreulich. Aber zufrieden geben werden wir uns damit nicht. Herzliche Grüße
Jochen Stay"


Die BA-BI Schweinfurt  ruft die Bevölkerung zur Wachsamkeit und zum Widerstand gegen dieses „faire Ergebnis“ der Atomkommision auf. Weitere Informationen dazu auch unter  www.ausgestrahlt.de: „Bei auch nur halbwegs realistischen Annahmen zu den Zinserträgen wird das Fonds-Kapital dafür niemals ausreichen – von der bei Projekten dieser Größenordnung zu erwartenden Kostenexplosion einmal ganz abgesehen. Am Ende wird die Allgemeinheit zig Milliarden Euro draufzahlen.“

Dass deine, meine, unsere Kinder auf den Kosten für den Atommüll sitzen bleiben, das gilt es weiterhin zu verhindern. Bitte leitet die Informationen entsprechend weiter.