Willkommen im Blog

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Die BA-BI Schweinfurt ist der Zusammenschluß der seit 1972 bestehenden Bürgeraktion Umwelt- und Lebensschutz u. der - nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl - 1986 entstandenen Bürgerinitiative gegen Atomanlagen. Wir kämpfen für den sofortigen Ausstieg aus der Atomwirtschaft, jetzt nach der Abschaltung "unseres" im 5 km Radius zur Stadt Schweinfurt gelegenen AKW Grafenrheinfelds für einen gesicherten Rückbau und engagieren uns aktiv für die Energiewende.
----- KKG Stilllegung und Rückbau - Einwendungen möglich bis 27.7.2016- Stellungnahme zum Ergebnis der Entlagerkommission
http://schweinfurt-ba-bi.blogspot.de

Freitag, 5. Juni 2015

E.Ons Abschalt Poker : gefährliche Pokerfarce mit Pokerface!? 31, 20, 27, wer bietet mehr?

Montage erstellt Bloggif
Schadhaftes Kabel,  2 Tage vor dem Abschaltfest  und erst 3 Tage nach dem ursprünglich postulierten Abschalttermin 31.5.15 am 3.6.15 gemeldet.  Ein erneutes meldepflichtiges Ereignis im KKG !

Seit über einem Jahr kündigt uns E.On die Abschaltung des Atomkaftwerkes Grafenrheinfeld für den 31.Mai 2015.
Im März bestätigt der Netzbetreiber Tennet den Termin 31.5. erneut, mit der Information, das sich das KKG bereits seit 1. Januar im Streckbetrieb, einem exakten Regelwerk des Herunterfahren befindet.
Richtig, es  ist ja schließlich ein Kernkraftwerk, das kann nicht einfach wie es will....da gibt es Vorschriften die eingehalten werden am müssen.

Vier Wochen vor dem 31.5.2015,  Ende April, bemerkt EON urplötzlich den bisherigen warmen Winter, und findet zufällig an einem Wochenende die vom roten E.ON Osterhasen gut versteckten Reststrahlmengen die den Betrieb bis 20. 6. 15 weitererlauben.
Fein, wie lange können sie die Kernkraftsuppe dann noch weiterstrecken? Schwimmen da nicht im AbKühlbecken vom Abspülbecken noch Reste einer alten Moxi-Fix-Suppe? Zwar angebrannt, aber egal, alles was so rumgammelt, rein in den Dampfkochtopf und mit strahlendem Gesicht nochmal frisch aufgießen. Es nahen ja schlechte Zeiten, viele hungrige Lichter wollen gefüttert werden, sonst gehen ja in Deutschland alle Lichter aus, oder der Mutterkonzern verarmt. Da ist gründliches suchen und finden und strecken und sparen und haushalten mit den letzten Becquerels schon angesagt!


Wie Reinhold Scheuring, der technische Leiter des KKG 2014 einmal erwähnte, haben offenbar  jetzt die Nuklear-Experten im KKG ihre Rechenschieber herausholt und spekulieren mit berechnendem Pokerface, dass sie die dünne Brühe sogar noch bis 27.6. strecken und auf Sparflamme halten können.
Mutet an wie eine Pokerfarce, hier wird mit einer bisher neuen, brisanten Situation herumgespielt. Ein Spiel mit dem Risiko?
Wir können froh sein, dass mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) die  Brennelementsteuer in Deutschland  für rechtens befunden  wurde.

Es findet bisher keinerlei relevanter Informationsfluss statt. Wir können uns nur ausmalen, was passieren kann, passieren könnte., indem wir im Internet querlesen.
Relevante Fakten zum Ablauf der Abschaltung, Fakten die hier sicher nicht nur die BA-BI interessieren, werden durch E.ONs Spressesprecher nicht kommuniziert. Nur auf Nachfrage des Bayr. Rundfunks wird der neue Termin überhaupt bekannt. Ob es bei diesem Termin bleiben wird? Oder wird ein drittes Mal verschoben? Solche Vorgehensweisen ohne weiterreichende Informationen erwecken kein Vertrauen.

Der Gau von Tschernobyl war Folge einer Fehlerverkettung bei der Simulation einer kompletten Abschaltung. Hauptursache ein zu langes Schmoren auf zu kleiner Flamme.

Tatsache ist, dass jede neue, ungewohnte oder nur selten praktizierte Situation ein höheres Risiko beinhaltet. Tatsache ist, dass wir dieses Risiko hier alle zusammen gemeinsam tragen. Nicht aber E.ONs Manager, die sind alle nicht vor Ort.

Für die BA-BI schließt der sorgfältige und verantwortungsvolle Betrieb eines Kernkraftwerkes auch die Versorgung der Bevölkerung mit  genauen Information zu außergewöhnlichen Situationen ein. Und das endgültige Herunterfahren eines Kernkraftwerkes ist eine außergewöhnliche Situation, nicht nur in Franken, sondern in ganz  Deuschland.

Wissen wir, wieviel Brennstoff, denn jetzt noch genau vorhanden ist, was gerade ansteht, ob höhere Strahlungswerte erreicht werden, warum werden wir darüber nicht ohne Nachfrage, zeitnah unterrrichtet? Für was hat E.On resp. das KKG, denn seine Pressesprecher?

http://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/Eon-schaltet-AKW-erst-am-27-Juni-ab;art763,8761902

Offenbar sollen wir, die wir Jahrzehnte mit diesem "gefährlichen Ding" vor der Nase lebten,  irgendwann einfach nur cool sagen können, aha jetzt ist es anscheinend aus, und es ist anscheinend gut gegangen. Hoffentlich gut gegangen, natürlich.

http://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/Eon-schaltet-AKW-erst-am-27-Juni-ab;art763,8761902
Wie hieß nochmal das Spiel mit den offenen Karten? Vertrauen? 

Jetzt am 28.5. 15 , gerade mal 2 Tage vor der ursprünglichen geplanten Abschaltung im KKG ein erneutes meldepflichtiges Ereignis.

"die Verzögerung der Meldung, am 28.05.15 hat sich die Störung erreignet, am 03.06.15 wurde sie gemeldet, zeigt die Unzuverlässigkeit, bzw. das politische Kalkül des Betreibers" so Hubert Lutz.

Wie wird u.U. das nächste meldepflichtige Ereignis, der nächste Störfall aussehen?

Die BA-BI fordert umfassende Informationen und ein sofortiges Abschalten!

http://www.eon.com/de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen/2015/6/3/kernkraftwerk-grafenrheinfeld-schadhaftes-kabel-eines-magnetventils-getauscht.html

Hier eine Leserstimme von aus der Mainpost zur Situation:

Unverantwortlich risikante Vorgehensweise von EOn

Statt des - gegenüber der Bundesnetzagentur angemeldeten - Streckbetriebs vor und nach der letzten Revision mit einer kontinuierlichen Leistungsreduzierung bis zur endgültigen Abschaltung wird das KKG offensichtlich bereits seit einigen Wochen in ständig wechselnder Einspeiseleistung gefahren.
Genauer gesagt: der derzeitige Leistungsbetrieb ist nichts anderes, als ein Strombörsenfolgebetrieb - guter Preis: höhere Leistung, niedriger Preis: niedrigere Leis"tung.(Nur deshalb ist jetzt auch noch Brennstoff für die erneute Verlängerung da, nicht durch einen angeblich sehr milden Winter - in Wahrheit war es nämlich ein ganz normaler Durchschnittswinter.)
Darüber kann man sich nur sehr wundern, denn EON & Co betonen ja stets selbst, daß diese Kraftwerke für einen kontinuierlichen Betrieb und nicht für den Lastfolgebetrieb mit ständig wechselnder Leistung ausgelegt sind.
Das Ganze ist ein maximal unverantwortliches, riskantes Vorgehen und zeigt die totale Arroganz von EOn ggü unserer Region."