Willkommen im Blog

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Die BA-BI Schweinfurt ist der Zusammenschluß der seit 1972 bestehenden Bürgeraktion Umwelt- und Lebensschutz u. der - nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl - 1986 entstandenen Bürgerinitiative gegen Atomanlagen. Wir kämpfen für den sofortigen Ausstieg aus der Atomwirtschaft, jetzt nach der Abschaltung "unseres" im 5 km Radius zur Stadt Schweinfurt gelegenen AKW Grafenrheinfelds für einen gesicherten Rückbau und engagieren uns aktiv für die Energiewende.
----- KKG Stilllegung und Rückbau - Einwendungen möglich bis 27.7.2016- Stellungnahme zum Ergebnis der Entlagerkommission
http://schweinfurt-ba-bi.blogspot.de

Mittwoch, 29. April 2015

Jetzt erst recht - Wir halten fest am
" Abschaltfest "

 
E.ON verschiebt die Abschaltung von Grafenrheinfeld, es kommt so,  wie es die BA-BI und auch viele Bürger befürchtet haben. Gleichwohl wird das Abschaltfest wie geplant am 31. Mai 2015 in Schweinfurt auf dem Marktplatz stattfinden, denn sowohl dieser Name, wie auch der Termin dieser Großveranstaltung wurden mit Bedacht gewählt.

"ABSCHALTFEST" und “ATOMKRAFT AUS”  impliziert außer einer Festveranstaltung auch unsere Intention, dass im Vertrauen auf die Aussage, an diesem von EON lange propagierten Termin der Abschaltung, festgehalten wird.
 
Wir werden zu jedem Zeitpunkt des sich bereits seit 1. Januar im sogenannten Streckbetrieb befindlichen AKW Grafenrheinfelds, an der originären Forderung der BA-BI, ABSCHALTEN SOFORT, - spätestens am 31.5.2015 - festhalten.
WIR halten Wort!
Bei der Planung das Abschaltfest, ist bei aller Freude über das Ende des AKW-Betriebes bereits von Anfang an, auch der Aspekt einer Terminverschiebung von EON, mitberücksichtigt worden. Mit taktischen oder vermeintlich betriebswirtschaftlichen Vorgehensweisen haben wir gerechnet, - wenn auch nicht so extrem spät. Wir fordern E.ON auf, die Abschaltung vor oder zu dem Termin, der bereits über ein Jahr offiziell angekündigt ist, vorzunehmen. Hubert Lutz 1. Vorstand der BA-BI weiß: Es ist nicht erst seit der „Rissveranstaltung“ bekannt, dass E.ON „Wirtschaftlichkeit vor Sicherheit“ stellt.

„Die Entscheidung, das KKG länger als angekündigt am Netz zu lassen, sei laut der Sprecherin über das Wochenende gefallen. „Das ist wirklich ein Thema, das circa in den letzten zehn Tagen aufgekommen ist“, so Zyweck auf die Frage, ob man nicht schon länger habe absehen können, dass es nicht beim KKG-Aus am 31. Mai bleibt.“
 
Über das Wochenende gefallen? In den Letzten 10 Tagen ist „das Thema“, aufgekommen? Wo sind wir denn?

ES GEHT HIER UM DEN BETRIEB EINES ATOMKRAFTWERKES UND NICHT UM EINEN DAMPFKOCHTOPF!

Prof. Dr. Herbert Wiener,  Stadtrat und Gründungsmitglied der BA-BI hält die Aussage, dass der warme Winter zu einem Überschuss des nuklearen Brennstoffes geführt hat, für unglaubwürdig. Der Atomstrom aus Grafenrheinfeld wird zu weit überwiegendem Teil für den Antrieb von Maschinen und Anlagen verwendet und nicht zum Heizen. Damit hat ein milder Winter nur einen unbedeutenden Einfluss auf den Verbrauch.

Über den Termin des Abschaltfest am 31. Mai gibt es somit von unserer Seite her, keine Diskussion, es wird als Demo, Mahnung und Signal für die Willkür gelten, mit denen bei den weiteren Abschaltungen von Kernkraftwerken zu rechnen ist.

Eike Hallitzky Landesvorsitzender Bündnis90/Die Grünen und Gastredner beim Anti-Atom-Talk des Abschaltfestes, schreibt  zur geplanten Laufzeitverlängerung:

Die Begründung von e.on ist lächerlich. Wenn der Betreiber eines AKW ernsthaft nicht weiß, wie lange sein Brennstoff noch reicht, dann muss ihm heute noch die Betriebserlaubnis entzogen werden. Mit Laufzeitverlängerungen spaßt man nicht."
 
Christian Schäflein Koordinator des Anti-Atom-TAlks berichtet, auch die Gastredner und Teilnehmer sind von der späten Entscheidung der "Laufzeitverlängerung" von Grafenrheinfeld überrascht, was aber ihrer Teilnahme nicht entgegensteht.

Kann sich die Bevölkerung denn auf den neuen Termin der Abschaltung dem jetzt nachgeschobenen 20.6.15 verlassen? Oder müssen wir damit rechnen, dass die noch vorhandenen Restwärmen der teils bereits aufgearbeiteten Brennstäbe, sukzessiv noch monatelang im Streckbetrieb „gestreckt“ werden in der Hoffnung, dass sich die politische Situation ändert?

Gudrun Pausewang die Schirmherrin des Abschaltfestes hat auf diese Möglichkeit, einem Pokern mit der Zeit, in etlichen Gesprächen mit mir, wie auch bereits in ihrem Buch „Noch lange danach“ ausdrücklich hingewiesen. Sie warnt, denn zu oft musste sie in ihrem Leben erfahren, wie vermeintlich sichere politische Aussagen gekippt wurden.

Natascha Kohnen (MdL/Generalsekrätin der SPD und Energieexpertin schreibt hierzu:

"Die E.ON AG sollte erklären, warum ihr das erst vier Wochen vor dem vereinbarten Abschalttermin am 31. Mai 2015 dämmert. Im ‚Land der Ingenieure‘ ist so eine Begründung und ein solches Vorgehen mehr als verwunderlich. Werden die Laufzeiten jetzt nach der Salamitaktik verlängert während CSU-Chef Horst Seehofer die Energiewende blockiert? Die Atomlobbyisten reiben sich schon die Hände.“
 
Wir rufen deshalb die Bevölkerung auf, gegen das Vorgehen von E.ON die angekündigte Laufzeit des  AKW Grafenrheinfelds zu verlängern, wie auch gegen das Vorhaben sich aus der  Atommüllverantwortung durch eine „Badbank“ zu entziehen, vehement zu protestieren, jetzt hier, sofort, - spätestens am Abschaltfest!
 
Gaby Gehrold
Für den Vorstand

 
PS: Nebenbei ein etwas makabres Detail,  auf dem Weg zur Andacht am Wegkreuz lag vor dem KKG dieser tote Vogel. Mein Kommentar zu den Pressefotografen  “das wird doch wohl kein schlechtes Omen werden”, - und schon gingen wir auf die Knie um zu fotografieren.

Tschernobyl Andacht AKW Grafenrheinfeld 26.4.15  13.35 Uhr, Foto Gehrold 29. Tschernobyl Jahrestag Andacht am AKW Grafenrheinfeld, Foto Gehrold

NEIN, natürlich geht es nicht darum Panik zu schüren,  aber der Umstand einer Tschernobylandacht am AKW mit toter Nonnen- oder Mönchsmeise direkt vor dem Tor (resp. dann in meiner Tasche zur näheren Bestimmung) war schon  bemerkenswert.

Am nächsten Tag verkündete E.ON die Laufzeitverlängerung. Kleine Zufälle die das Leben spielt, – man könnte manchmal glatt abergläubisch werden….