Willkommen im Blog

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Die BA-BI Schweinfurt ist der Zusammenschluß der seit 1972 bestehenden Bürgeraktion Umwelt- und Lebensschutz u. der - nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl - 1986 entstandenen Bürgerinitiative gegen Atomanlagen. Wir kämpfen für den sofortigen Ausstieg aus der Atomwirtschaft, jetzt nach der Abschaltung "unseres" im 5 km Radius zur Stadt Schweinfurt gelegenen AKW Grafenrheinfelds für einen gesicherten Rückbau und engagieren uns aktiv für die Energiewende.
----- KKG Stilllegung und Rückbau - Einwendungen möglich bis 27.7.2016- Stellungnahme zum Ergebnis der Entlagerkommission
http://schweinfurt-ba-bi.blogspot.de

Dienstag, 3. März 2015

Neue Notfall-Schutzzone um Grafenrheinfeld: über 200.000 Betroffene – Pressemitteilung

Fukushima hat gezeigt, dass die bisherigen Notfall-Schutzzonen der deutschen Atomkraftwerke nicht einem reellen Szenario entsprechen,  und damit verdoppelt werden müssen. Theoretische Berechnungen werden durch Erkenntnisse aus der Realität ersetzt, so die Strahlenschutzkommission.

Als Konsequenz werden aktuell neue Zonen eingerichtet. Die Zentralzone aus der die Menschen innerhalb 6 Stunden evakuiert werden müssen wird von 2 km auf 5 km Radius erweitert. Die Mittelzone von 10 auf 20 km. Innerhalb 24 Stunden müsste nicht nur Schweinfurt, sondern u.a. auch Arnstein, Gerolzhofen, Volkach usw. evakuiert werden. Der Radius der Außenzone  vervierfacht sich auf 100 km, die Grenzen reichen von Frankfurt bis Bayreuth, von Eisenach bis Nürnberg. Damit verdoppelt sich auch die Zahl der Betroffenen auf ca. 240.000 Menschen.

Im März findet eine umfassende Dienstbesprechung, in die fast alle Landratsämter einbezogen werden, statt: genaue Evakuierungspläne, die Verteilung und Bevorratung der Jodtabletten muss sichergestellt werden, etc. Nach Informationen der Regierung von Unterfranken gelten die neuen notwenigen Notfallschutzpläne  für alle AKWs die nach 2012 in Betrieb sind. Also auch für das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld das kurz vor dem Aus steht. Nicht ohne Grund ist auch das KKG einbezogen denn, wie die Strahlenschutzkommission betont, muss die Notfallvorsorge sichergestellt sein, solange die weiter strahlenden Brennstäbe noch im stillgelegten Kernkraftwerken liegen.  Denn auch nach der Abschaltung des AKW Grafenrheinfelds muss der Kühlkreislauf  für drei Jahre weiterlaufen. So lange dauert es mindestens, bis Brennstäbe soweit abgekühlt sind, dass sie entnommen werden können.
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Pressemitteilung der BA-BI zu den geplanten Evakuierungszonen um das AKW Grafenrheinfeld

Die geplante Erweiterung der Evakuierungszonen bestätigt die Kritik der BA-BI, dass ein AKW bzw. ein Atommülllager in der Nähe einer Stadt mit über 50.000 Einwohnern nie hätte genehmigt und gebaut werden dürfen. 33 Jahre nach Inbetriebnahme des AKW Grafenrheinfeld, 29 Jahre nach dem Super GAU von Tschernobyl und 4 Jahre nach den Reaktorkatastrophen von Fukushima, kommt die Einsicht der verantwortlichen Behörden reichlich spät. „Und wie eine Evakuierung funktionieren soll müssen die verantwortlichen Behörden erst einmal glaubhaft beweisen“, so Hubert Lutz Vorsitzender der BA-BI „und hier müssen die Bürger sowohl vom Betreiber Eon, sowie von der zuständigen Katastrophenschutzbehörde im Landratsamt umfassend informiert werden.“ Solange dies nicht geschehen ist, sind ein Weiterbetrieb des AKW, auch kurz vor dem geplanten Betriebsende am 31.Mai, und die Lagerung von Castoren auf dem AKW Gelände unverantwortbar.
Laut Bundesamt für Strahlenschutz kann es bei einem Super-GAU notwendig werden,

Menschen dauerhaft umzusiedeln, die 170 km vom AKW entfernt wohnen. Das würde bei Grafenrheinfeld bedeuten, dass das Sperrgebiet bis Regensburg, Stuttgart und Göttingen reichen würde. Die Menschen in der Region müssen seit vielen Jahren mit diesen Gefahren leben. Die geplante Ausweitung der Evakuierungszonen kann keinen den Schutz der Bevölkerung nur sehr gering verbessern. „Jede Katastrophenschutzplanung wäre mit einer Reaktorkatastrophe in Grafenrheinfeld völlig überfordert“, so Gaby Gehrold, „ der einzige Schutz ist die Atomkraftwerke sofort abzuschalten in Grafenrheinfeld, in Deutschland und in den europäischen Nachbarländern“.

Indirekt bestätigen die Behörden mit den geplanten Maßnahmen, dass Atomkraftwerke viel gefährlicher sind, als bisher zugegeben wurde und die alten und neuen Evakuierungspläne den Anwohnern eine nicht vorhandene Sicherheit vorspielen. Bei einer Atomkatastrophe in Deutschland sind sowohl die Behörden, als auch die Bevölkerung machtlos.

Christian Schäflein
Stellvertretender Vorsitzender der BA-BI
siehe auch http://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/Kernkraftwerk-sofort-abschalten;art763,8595533