Willkommen im Blog

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Die BA-BI Schweinfurt ist der Zusammenschluß der seit 1972 bestehenden Bürgeraktion Umwelt- und Lebensschutz u. der - nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl - 1986 entstandenen Bürgerinitiative gegen Atomanlagen. Wir kämpfen für den sofortigen Ausstieg aus der Atomwirtschaft, jetzt nach der Abschaltung "unseres" im 5 km Radius zur Stadt Schweinfurt gelegenen AKW Grafenrheinfelds für einen gesicherten Rückbau und engagieren uns aktiv für die Energiewende.
----- KKG Stilllegung und Rückbau - Einwendungen möglich bis 27.7.2016- Stellungnahme zum Ergebnis der Entlagerkommission
http://schweinfurt-ba-bi.blogspot.de

Mittwoch, 11. März 2015

4 Jahre nach Fukushima: Tausende Hibakusha-Flüchtlinge. Sadako Sasaki mahnt !

Bis heute werden strahlengeschädigte Überlebende von Hiroshima und Nagasaki geächtet. Wie ein Fluch haftet den Strahlenopfern ein Stigma an. Viele  verheimlichen dass sie zu den Hibakusha gehören aus Angst vor den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Diskriminierungen, - selbst ihrer Kinder. Sie leiden bis heute an körperlichen Langzeitschäden, ihren Behinderungen, und kämpfen mit dem ganzen psychischen Spektrum an traumatischen Folgeschäden. Sie hatten Probleme einen Arbeitsplatz oder eine Wohnung zu finden, genau wie einen Lebenspartner, und Schwierigkeiten bei der Familienplanung. Bekannte Hibakusha wie Sadako Sasaki oder Keiji Nakazawa stehen für das Leid von Hundertausenden.

Uran Glas Uranglas Fukushima Jahrestag Hibakusha
Nun scheint sich diese Situation in Japan zu wiederholen, Über 300.000 Menschen mussten nach der Katastrophe von Fukushima aufgrund der Strahlenexposition ihre Heimat verlassen.


Auch jetzt nach 4 Jahren können mehr als 120.000 Menschen nicht in ihre alten Wohnorte zurückkehren. Tausende Japaner sind weiterhin auf der Flucht. Für die Evakuierten hat sich die Situation bislang nicht gebessert. Fukushima Daiichi hat sie stigmatisiert. Die Heimatlosen sind Eindringlinge, die Kinder werden an den neuen Schulen gemobbt, viele versuchen ihre Herkunft zu verschleiern. Ein zurück ist  unmöglich, denn die Aufräumarbeiten werden noch Jahrzehnte dauern. Bis zum Sommer soll ein neuer Fünfjahresplan zur Wiederbelebung der betroffenen Gebiete ausgearbeitet sein, kündigte Ministerpräsident Shinzo  zum 4. Jahrestages der Katastrophe an. 19.000 Tote hat der Tsunami gefordert.

Für viele kommt Hilfe zu spät. Die japanische Tageszeitung "Tokyo Shimbun" meldet eine Erhöhung der Opferzahlen innerhalb eines Jahres von 18 Prozent auf 1232, obwohl durch den GAU keine Soforttoten zu beklagen waren. Insgesamt soll es bisher mehr als 3200 Opfer geben. Die neuen Hibakushas sterben im Exil an den gesundheitlichen Auswirkungen, dem harten Leben, dem Verlust der Heimat, den provisorischen Behelfsunterkünften, der Trennung ihrer Familien und sozialen Bindungen. In Japans traditionell gruppenorientierter Gesellschaft leiden besonders die Älteren stark darunter, etliche nehmen sich das Leben.

Die neuen Berechnungen zu den langfristigen Auswirkungen der Reaktorkatastrophe sind nicht ermutigend. Nach neuen Studien des Wissenschaftlichen Ausschusses der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Auswirkungen atomarer Strahlung (UNSCEAR) zeichnet sich ein doppelt so hohes Risiko ab, damit wäre mit 19.200 Krebserkrankungen und 9.600 Krebstodesfällen zu rechnen. Da diese Berechnungen auf Grundlage der Zahlen der Atomindustrie beruhen, ist eine gewisse Skepsis angebracht. Andere Berechnungen z.B. durch das "Ulmer Expertentreffen" ergeben 37.900 – 82.600 Krebserkrankungen mit 19.000 – 41.300 Todesfällen. Dazu kommen noch die durch belastete Nahrung Geschädigten 37.300 mit 18.600 Toten, die verstrahlten US-Soldaten und eine erhöhte Säuglingssterblichkeit. Die jeweils unterschiedlichen Einschätzungen und Berechnungen sind im 32-seitigen Bericht der 2. Auflage vom 3.März 2015, “Atomkatastrophe in Japan, Gesundheitliche Folgen von Fukushima” des IPPNW nachzulesen.

Die BA-BI bekundet den Menschen in Japan ihre Solidarität, trauert und gedenkt allen Opfern dieser Katastrophe.

Insbesondere der Kinder die "seither einen "Dosismeter" tragen müssen. Die Daten werden täglich von den Lehrern gesammelt und weitergemeldet. "Damit hat man die einzigartige Chance bekommen, an Lebenden zu experimentieren. 300.000 Kinder sind seither Versuchskaninchen."
Warum sich trotz dieser Katastrophe der Widerstand in Japan gegen die Atomindustrie nicht stärker formiert und die Regierung sogar Atomreaktoren wieder hochfahren will, erklärt Kobayashi so: "Das ist die Mentalität, die von einem Shogun Mitte des 17. Jahrhunderts gezielt gezüchtet worden ist. Der sagte: ‘Mit Gewalt kannst du ein Land nur kurz erobern. Lange beherrschen geht nur mit Gehirnwäsche.’"
Spenden unter dem Stichwort Fukushima werden von uns an Prof. Kazuhiko Kobayashi, 12-1-1108, Chuohoncho-3-Chome, Adachi-Ku, 121-0011 Tokyo, Japan, für die “Kinder von Fukushima” weitergeleitet.

Ein lesenswertes Dossier insb. zum Freihandelsabkommen der EU mit Japan, den seit letztem Jahr gelockerten Einfuhrbedingungen, dem Besuch von Bundeskanzlerin Merkel und beeindruckenden Bildern zur Müllproblematik haben die Netzfrauen zusammengestellt..

 

   
Wir erinnern an die Mahnwache des SWAB auf dem Georg-Wichtermann-Platz um 18 Uhr.