Willkommen im Blog

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Die BA-BI Schweinfurt ist der Zusammenschluß der seit 1972 bestehenden Bürgeraktion Umwelt- und Lebensschutz u. der - nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl - 1986 entstandenen Bürgerinitiative gegen Atomanlagen. Wir kämpfen für den sofortigen Ausstieg aus der Atomwirtschaft, jetzt nach der Abschaltung "unseres" im 5 km Radius zur Stadt Schweinfurt gelegenen AKW Grafenrheinfelds für einen gesicherten Rückbau und engagieren uns aktiv für die Energiewende.
----- KKG Stilllegung und Rückbau - Einwendungen möglich bis 27.7.2016- Stellungnahme zum Ergebnis der Entlagerkommission
http://schweinfurt-ba-bi.blogspot.de

Freitag, 13. Februar 2015

Schneeglöckchen heiß Röckchen

Und aus der Erde schauet nur
Alleine noch Schneeglöckchen;
So kalt, so kalt ist noch die Flur,
Es friert im weißen Röckchen.
Theodor Storm

“Heiße” Milch im Schnee? Ja nicken die Glockenröckchen,  denn der bot. Name unseres heimischen kleinen Schneeglöckchens, Galanthus nivalis, leitet sich aus dem griechischen gala für Milch, dem anthos für Blüte und nivalis für schneeweiß/im Schnee ab, und  dazu ist es in der Tat auch noch ein kleines Bioheizkraftwerk. Dank der starken Kraftwärmekopplung beim Austrieb kann es die ortsnahe Umgebung um bis zu 8 Grad erwärmen. Um ihre Röckchen bereits zu unwirtlicher Zeit schütteln zu können, heizen die Schneeglöckchen kräftig ein und schmelzen den Schnee.  Die alte Trivialname Schnee-Durchstecher zeugt davon, genau wie “snow piercers” in Yorkshire – in Frankreich nimmt bis heute die Bezeichnung Perçe-Neige Bezug darauf.
Schneeglöckchens Bio-Wärme wurde durch Matthiolus 1571 in Venedig im “Kompendium aller Pflanzen” als Narcissus VI. Leucoionarcissolirium bifolium, dem Germanis Schnetropffen,  nicht nur erstmals beschrieben, sondern auch bestens veranschaulicht. Der “tropfende Schnee” soll der Bewässerung der Schneeglöckchenzwiebel im teils noch gefrorenen Boden dienen.
Das vor wenigen Tagen in meinem Garten gefundene abartige Galanthus nivalis ´Hot Spot´, ist wie die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte zeigen, genetisch  nicht stabil.
Galanthus nivalis Mutation Hot Spot Schweinfurt Atomkraft KKG

Wenn Sie jetzt das Schneeglöckchenfieber erwischt hat, und Sie in eine umweltfreundliche weiße Bio-Energie investieren wollen, achten Sie bitte beim Kauf, dass Herkunftsland und “aus gärtnerischer Zucht/Vermehrung, auf der Verpackung angegeben sind. Die BA-BI die sich nicht nur Atomkraft sondern auch Umwelt auf "die Fahne" geschrieben hat, würde es freuen. Als ich vor vielen Jahren als Gartenanfänger in einem Schweinfurter Baumarkt statt Galanthus nivalis, etliche Packungen falsch etikettierter Galanthus woronowii  erstand, hat mir dankenswerterweise Tjards Wendebourg, die dahinterstehende Problematik erläutert und weitere durch Wildsammlungen gefährdete Arten aufgezeigt. Der Baumarkt reagierte, im Rahmen seiner Möglichkeiten, und nahm die Packungen damals aus dem Verkauf. Greenpeace griff die Thematik der Wildentnahmen in der Türkei im Jahr 2006 auf.
Außer den Schneeglöckchenarten  gibt es etliche,  teils noch effektiver arbeitende biologische Heizkraftwerke, wie z.B. Symplocarpus foetidus, den Stinktierkohl. Mit seiner Zellatmung von 15 – 35 Grad über Lufttemperatur,  kann diese “Power Plant” nicht nur Schnee sondern sogar Eis schmelzen lassen. Diese nach güllestinkende “Biomasse” heizt  aber hauptsächlich den Osten Nord-Amerikas. Trotz optischer Ähnlichkeit und gleichem Trivialnamen bitte nicht mit dem geruchsarmen bereits in Deutschland hereinschneienden Neophyten Amerikanischer Stinktierkohl Lysichiton americanus verwechseln.