Willkommen im Blog

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Die BA-BI Schweinfurt ist der Zusammenschluß der seit 1972 bestehenden Bürgeraktion Umwelt- und Lebensschutz u. der - nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl - 1986 entstandenen Bürgerinitiative gegen Atomanlagen. Wir kämpfen für den sofortigen Ausstieg aus der Atomwirtschaft, jetzt nach der Abschaltung "unseres" im 5 km Radius zur Stadt Schweinfurt gelegenen AKW Grafenrheinfelds für einen gesicherten Rückbau und engagieren uns aktiv für die Energiewende.
----- KKG Stilllegung und Rückbau - Einwendungen möglich bis 27.7.2016- Stellungnahme zum Ergebnis der Entlagerkommission
http://schweinfurt-ba-bi.blogspot.de

Sonntag, 15. Februar 2015

INDUSTRIESCHNEE SCHNEEGLÖCKCHEN

Schneeglöckchen Mutation Galanthus nivalis Schweinfurt KKG Grafenrheinfeld
Friedrich Rückert hätte mir die Variante seines Schneeglöckchen Gedichtes sicher unbeschadet, erlaubt ………

Das abgebildete Industrieschneeglöckchen Galanthus nivalis schweinfurtiana ´Graf von Rheinfeld´  früher unter Galanthus nivalis `Hot Spot` beschrieben, ist eine im privaten “Schweinfurter Grün” mehrfach aufgetretene Mutation. Auch in den Gärten anderer BA-BI Mitglieder sind mutierte Pflanzen verzeichnet.

Leider eignen sich solche mutierte Schneeglöckchen nicht als zuverlässige Aussage. Dafür aber die Tagblumen, die fast in jedem Haus und Garten zu finden sind.
“Mit dem Tradescantia-Kleinkern-Test (Tradescantia-MCN-Test) können immissionsbedingte genotoxische Wirkungen in Form erhöhter Kleinkernraten in den Pollenzellen der Dreimasterblume (Tradescantia sp.) erfasst und somit eine Aussage über das genotoxische Gefährdungspotenzial luftgetragener Schadstoffe auf die belebte Umwelt getroffen werden.”

Meine eigenen Pflanzenbeobachtungen nach Tschernobyl mit den besonders leicht mutierenden Staubgefässen der Tradescantia sind mangels Ausrüstung und Zeit,  “literarisch steckengeblieben” und  nicht dokumentiert, aber die farblichen Veränderungen konnte ich bei meinen blühenden Dreimasterblumen im Garten beobachten.

Es scheint, die industrielle Atomgärtnerei ist wieder stark im Kommen,  - das können wir ja im Gartencenter, teils auch in privaten Gärten feststellen: Miniblumen, Riesengemüse, “unnatürliche” Farbvarianten und Formen. Im Gegensatz zu menschlichem “Versuchsmaterial” empfinden wir die strahlenbedingten genetischen Auswirkungen bei Pflanzen, mögen sie auch noch so monströs sein, oft als attraktiv.

“Zahlreiche Pflanzenarten wurden seit 1965 laut Internationaler Atomenergiekommission (IAEA http://mvgs.iaea.org/) in zahllosen Experimenten mit Gammastrahlen (60Cobalt) oder schnellen Neutronen bestrahlt. Dieser Behandlung wurden praktisch alle Getreidearten inklusive Amaranth und Quinoa, viele Leguminosen und Gemüsearten wie Soja, Erdnuss, Kartoffeln, Tomaten, Yams, aber auch die wichtigsten Obstarten wie Zitrusfrüchte, Äpfel, Pfirsiche und Wein unterzogen. Bis heute wurden mit Hilfe der Mutationszüchtung über 1.800 neue Sorten auf den Markt gebracht. In Italien bedecken Hartweizen‐Mutanten (für Nudeln) etwa 70 % der Durum‐Anbaufläche. Praktisch alle in Zentraleuropa angebauten Gerstensorten (für Bier) haben in ihrem Erbgut Gene, die so in der Natur nicht vorkommen. Beim Reis kam die Mutationszüchtung auf 200 neue Varietäten, bei den Leguminosen auf 100 neue Sorten. In vielen Fällen wurde die Mutationszüchtung eingesetzt, um neue Resistenzen durch Mutationsauslösung zugenerieren.” Quelle

Auch wenn Renaissance und Schwerpunkt dieser Zuchtmethode im Ausland liegen, hat z.B. 2011 ein deutscher Züchter allein 1700 Proben von Zierpflanzen mit radioaktiven Strahlen behandeln lassen.  Jede einzelne radioaktive Strahlenbelastung, ob ungewollt oder gezielt herbeigeführt kann Tausende Mutationen auslösen. Hierin, in der Gentechnik und Microzell-Vermehrung ist die Kurzlebigkeit unserer vielen neuen Gartenschönheiten, mit der der Markt förmlich überschwemmt wird, zu finden. Züchterisch langsam ausgelesene, über viele Jahre stabile und lange blühende Sorten, von Karl Foerster liebevoll “Langspielplatten” genannt, haben markttechnisch leider ausgedient.

Und dann gibt es ja noch das große Feld der Lebensmittelbestrahlungen, mit dem Vorfall von kranken und  toten Katzen in USA und  Austrahlien, - ach, dieser Freud´sche Lapsus bleibt.
          
Nach über 30 Jahren Betrieb wird das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld am 31.Mai 2015 lt. offiziellen Mitteilungen, endgültig abgeschaltet.