Willkommen im Blog

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Die BA-BI Schweinfurt ist der Zusammenschluß der seit 1972 bestehenden Bürgeraktion Umwelt- und Lebensschutz u. der - nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl - 1986 entstandenen Bürgerinitiative gegen Atomanlagen. Wir kämpfen für den sofortigen Ausstieg aus der Atomwirtschaft, jetzt nach der Abschaltung "unseres" im 5 km Radius zur Stadt Schweinfurt gelegenen AKW Grafenrheinfelds für einen gesicherten Rückbau und engagieren uns aktiv für die Energiewende.
----- KKG Stilllegung und Rückbau - Einwendungen möglich bis 27.7.2016- Stellungnahme zum Ergebnis der Entlagerkommission
http://schweinfurt-ba-bi.blogspot.de

Dienstag, 17. Juli 2012

Der Sommer der kein Sommer war....

  
6.29 大飯原発再稼働反対デモat首相官邸前 Anti-nuclear demonstration in front of Japanese PM residenceNach Abschalten des letzten japanischen Atomkraftwerkes Anfang Mai, alle 50 Atommeiler im Land standen still, sollte der seit 1965 erste nuklearkraftfreie Sommer den vollständigen Ausstieg aus der japanischen Atomwirtschaft einläuten. 
Dieser propagierte Nuclear-Free Summer dauerte  allerdings nicht einmal bis zum  Ende des kulturellen "Japanischen Sommers" der ungefähr mit  imageHiroshima-Gedenktag dem 6. August abschließt, geschweige denn bis zum kalendarischen Ende, vom endgültigen Ausstieg gar nicht zu reden.




Verstörendes, oder wie auch zu lesen war, "pikantes" brachte ein veröffentlichter
Untersuchungsbericht über die Atomkatastrophe in Fukushima ans Licht:  Die Katastrophe in Fukushima sei zwar vom Erdbeben und Tsunami am 11. März 2011 ausgelöst worden, dennoch könne „der folgende Unfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi nicht als ein Naturdesaster angesehen werden, sondern als ein schwerwiegendes Desaster von Menschenhand“. Auch hätten die Auswirkungen des Unfalls  verringert werden können.
"Der nukleare Unfall sei vorhersehbar und vermeidbar gewesen. Es sei eine nicht verzeihbare „Arroganz und Ignoranz“ bei Verantwortlichen und Organisationen, die mit Atomkraft zu tun gehabt hätten, festgestellt worden" siehe auch http://www.focus.de/panorama/welt/untersuchungsbericht-aus-japan-fukushima-gau-waere-vermeidbar-gewesen_aid_777496.html

""Wenn behauptet wird, dass die Katastrophe nicht von einem Naturdesaster, sondern durch menschliche Unzulänglichkeit ausgelöst wurde, und wenn nun alles auf das falsche Verhalten des Betreibers Tepco, der Regierung, und auf die japanische Kultur geschoben wird, dann hat das ein bestimmtes Ziel", sagt der Risikoforscher Klaus Heilmann. "Man will den Eindruck erwecken, dass die Reaktoren selbst sicher sind, so wie man es der Bevölkerung immer gesagt hat". Auf diese Weise wolle die Regierung rechtfertigen, die Atomanlagen wieder hochzufahren und den Eindruck erwecken, niemand müsse sich deshalb Sorgen machen."" 

Wundert es jemand, dass unmittelbar nach diesem, die japanischen Politiker offensichtlich beruhigenden Untersuchungsergebnis die Nuklearkatastrophe wäre vorhersehbar und vermeidbar gewesen, nach diesem wissenschaftlich festgestellten "schwerwiegenden Desaster von Menschenhand,  die Atome ihren lebensgefährlichen Reigen nun wieder tanzen dürfen?

Trotz der massiven Proteste der Bevölkerung, - 150.000 Menschen potestierten vor Ministerpräsidents Nodas Amtssitz - produziert Japan also seit 5.  Juli wieder Atomstrom.
Knapp 15 Monate nach der Nuklearkatastrophe  ist  Reaktorblock 3 in Oi wieder am Netz.

6.29 大飯原発再稼働反対デモat首相官邸前 Anti-nuclear demonstration in front of Japanese PM residenceMinisterpräsident Yoshihiko Noda erklärte, Japan könne ohne Atomenergie seinen Lebensstandard nicht halten.

""Die Protestrufe vor seinem Haus tat der Regierungschef als „großes Geräusch"ab."



Seitdem werfen liberale Medien Noda vor, Volkes Stimme zu missachten. Laut Umfragen sind 70 Prozent der Japaner gegen die Wiederinbetriebnahme der Atomanlagen. Nach dem unerwartet kritischen Untersuchungsbericht dürfte es Noda schwer fallen, den Neustart weiterer Reaktoren schnell zu genehmigen. Vermutlich muss er diese Entscheidungen der neuen Atomaufsichtsbehörde überlassen, die bis zum Herbst aus der Taufe gehoben wird" Reaktor 4 soll voraussichtlich am 18. Juli hochgefahren werden, 

6.29 大飯原発再稼働反対デモat首相官邸前 Anti-nuclear demonstration in front of Japanese PM residence
Sofern, ja sofern die Japaner nicht Sturm laufen.
Einige Anzeichen dafür sind vorhanden.

Der Widerstand und die Zahl der Aktivisten, die das erneute Hochfahren der Reaktoren verhindern wollen,  (bis vor der Katastrophe gab es nur wenige Gegner) mehren sich.

Gestern  haben sich in Tokio  bis zu 200.000 Atomkraftgegner im Yoyogi-Parks südöstlich des Stadtzentrums eingefunden und lautstark protestiert.
" "Wir brauchen keine Atomenergie! Gebt uns die Region Fukushima zurück", riefen Demonstranten. Sie waren aus allen Regionen des Landes in die Hauptstadt gereist. "Ich will meinen Kindern und Enkeln ein sauberes Japan hinterlassen", sagte eine demonstrierende Rentnerin. Unter den Aktivisten waren auch Literaturnobelpreisträger Kenzaburo Oe und der japanische Popstar Ryuichi Sakamoto.
Die Organisatoren hatten ursprünglich nicht mit einem solchen Ansturm gerechnet: Sie waren von lediglich rund 100.000 Teilnehmern ausgegangen. 


http://www.flickr.com//photos/sandocap/sets/72157630341299750/show/

http://www.flickr.com//photos/sandocap/sets/72157630342875208/show/
Alle Fotos und die Dia-Shows in diesem Post wurden am 29.6.2012 von Matthias Lamprecht aufgenommen. Ich bedanke mich für die Bilder. 6.29 大飯原発再稼働反対デモat首相官邸前 Anti-nuclear demonstration in front of Japanese PM residence