Willkommen im Blog

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Die BA-BI Schweinfurt ist der Zusammenschluß der seit 1972 bestehenden Bürgeraktion Umwelt- und Lebensschutz u. der - nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl - 1986 entstandenen Bürgerinitiative gegen Atomanlagen. Wir kämpfen für den sofortigen Ausstieg aus der Atomwirtschaft, jetzt nach der Abschaltung "unseres" im 5 km Radius zur Stadt Schweinfurt gelegenen AKW Grafenrheinfelds für einen gesicherten Rückbau und engagieren uns aktiv für die Energiewende.
----- KKG Stilllegung und Rückbau - Einwendungen möglich bis 27.7.2016- Stellungnahme zum Ergebnis der Entlagerkommission
http://schweinfurt-ba-bi.blogspot.de

Donnerstag, 15. März 2012

Mit dem gelben Band der Antipathie

11.3.2012 - BA-BI-Banner in Gundremmingen
Ortsschild Auf den Tag ein Jahr nach der Atom-Katastrophe in Japan forderten gut 50.000 Atomkraftgegner an 6 verschiedenen Standorten, die  Abschaltung aller Kernkraftwerke, eine rasche Umsetzung der Energiewende und eine Lösung des Problemfeldes radioaktiver Atommüll. Weltweit fanden  Kundgebungen statt, in denen den Opfern der Atomindustrie gedacht wurde und eine schnelle Abkehr von der Atomindustrie gefordert wurde, allein in Frankreich soll sich zwischen Lyon und Avignon eine Menschenkette aus 60.000 Aktivisten gebildet haben.
Unterstützt wurde die bundesweite Kampagne der Umwelt-und Anti-Atom-Organisationen auch durch einen bis auf den letzten Platz besetzten Bus des Aktionsbündnisses,
    Plakat und Wirklichkeit (Busfenster) KreuzwegHä(u)ssliche  Idylle
50 Schweinfurter ganz unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Couleur aber in  ihrem Widerstand gegen die Atomkraft absolut einig,
folgten am Jahrestag der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima dem Aufruf der beteiligten Bündnispartner und verlagerten kurzzeitig ihren Protest vom heimischen AKW Grafenrheinfeld  an den schwäbischen AKW Standort Gundremmingen, - begleitet vom Bayrischen Rundfunk

  das Ziel ist (der) Wegfast wie bei uns -dahemm-ist das Ziel  

Gruppenbild mit ... AKW




Mit dabei etliche unserer Mitglieder, Kampfgeist, Plakate, Trillerpfeifen und das fast 80 m lange, weit sichtbare BA-BI-Störfall-Banner

mit dem gelben Band der Antipathie
FotoshootIn Wartestellung
Der gesamte Demozug ist hier im Video dokumentiert.  Unser Störfall-Band wurde als Startbild genommen, in Aktion in voller Länge ist  es ab ab 3.25 zu sehen.

Gundremmingen bot sich  als Aktionsstandort für den Jahrestag des japanischen Kernkraft-Desasters an. Es handelt sich um die älteste im Betrieb befindliche Siedewasser-Doppelblockanlage Deutschland, im Reaktortyp baugleich mit den Reaktoren von Fukushima Daiichi . Zusammen mit  weiteren 5000 Kernkraftgegner, u.a. auch den Dresdner Atomkraftgegnern die uns letztes Jahr in Grafenrheinfeld beim 25. Jahrestag von Tschernobyl zahlenmäßig unterstützten, gedachten wir  in einer Schweigeminute den Opfern der japanischen Nuklearkatastrope  um danach in Sprechchören ein  weltweites Abschalten dieser absolut lebensfeindlichen Technologie zu fordern.
P1270203Stimmungsbild Martin Geilhufe
Auf der Rednertribüne standen u.a. Jochen Stay von "ausgestrahlt". Er appellierte, die politischen Mandatsträger müssen endlich die nötigen Konsequenzen aus Fukushima ziehen. Große Zustimmung fand seine Aussage, es sei "absolut verantwortungslos, neun Reaktoren noch über viele Jahre weiterlaufen zu lassen".
Über die Lügen der Atomindustrie informierte Reinhold Thiel vom IPPNW Ulm , explizit führte er aus: Atomkraft tötet auch im Normalbetrieb, zeigte auf dass wie die Leukäme und Krebsraten nach der weltweit größten Studie signifikant in Abhängigkeit zur Nähe eines Atomkraftwerkes erhöht sind, und mit welcher Strahlenbelastung Fukushimas Kinder leben müssen.

Auf den Punkt brachte der junge Martin Geilhufe vom JBN,  seinen emotional berührenden Appell: als Tschernobyl passierte war ich 2 Jahre, als sich Fukuschima ereignete war ich 26,  - und damit welch unverantwortliche Last und welch hohe Risiken wir unseren Kindern und Kindeskindern nicht nur bisher, sondern  mit jedem weiteren Tag der AKW-Laufzeiten, aufbürden.
Reinhold Kamm vom Forum Augsburg vergegenwärtigte den Teilnehmern noch einmal eindringlich den globalen Atom-Wahnsinn durch das Beispiel des seit 1966 in Gundremmingen tonnenweise hochradioaktiven anfallenden Atommülls von dem auch nach einem halben Jahrhundert noch kein einziges Kilogramm sicher gelagert ist. Parallelen zum KKG Grafenrheinfeld und dem BELLA Grafenrheinfeld sowie den anderen Standorten sprangen ins Auge.
Hochspannung  Informationsaustausch Gau

Die  "Hinterlassenschaften" der Reaktorkatastrope haben sich nicht nur tief in die japanische Erde sondern auch ins Gedächtnis der Menschen gegraben, - und in beiden Fällen erscheint "hochbrisantes Material"  an der Oberfläche.
Die Berichterstattung der Medien in den letzten Tagen über die Lügen und Vertuschungen, das korrupte Netz, die Intrigen und Machtspiele es "Atomdorfes", haben schlimmste Befürchtungen bestätigt.

Wird oder würde es bei uns in Europa anders sein?

Auch bei uns gibt es Interessensverflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft wie uns das jüngste Beispiel eines Politikers zeigt. Wenn aber nicht nur monetäre Mittel sondern  die Sicherheit eines ganzen Volkes tangiert werden, ist es von besonderer Bedeutung, dass eine kritische Öffentlichkeit vorhanden ist. Jeder einzelne von uns ist hierbei gefordert.

TEPCO der größte Stromkonzern Asiens erzeugt rund ein Drittel der Elektrizität Japans. Nach der Dokumentation "Die Fukushima-Lüge" des ZDF wird die Konzerngeschichte geprägt von Verstößen gegen Sicherheitsbestimmungen, gefälschten Sicherheitsprotokollen, technischen Schlampereien, verkehrtem Einbau von Dampftrocknern, Beinahekatastrophen und Katastrophen. Bereits 2002 gab TEPCO zu, Berichte die bis 1993 zurückreichen, gefälscht zu haben, u.a. Berichte über Risse in den Schutzhüllen von Fukushima Daiichi.
Erschütternde Bilder und ohnmächtige Sorge über das Erbe von Fukushima stehen dabei den  Aussagen, es gäbe in Japan im Gegensatz zu Tchernobyl keine verstrahlten Todesopfer zu beklagen, stumm gegenüber.
 
Die Wissenschaftler erwarten neue schwere Beben in den nächsten Jahren , die Kühlung der havarierten Reaktoren muss  mehr als ein halbes Jahrhundert sichergestellt werden, dabei konnte bereits ein zartes Silberhaargras namens Imperata cylindrica, dessen blutrote Kulturform bei uns in vielen Gärten wächst, für 22 Leckagen in den Kühlwasserleitungen sorgen, wie auch der normale Wintereinbruch für andere Versorgungsleitungen ein Problem darstellte. Der Supergau der unter freiem Himmel gelagerten abklingenden und aktiven Brennstäbe im Block 4  muss verhindert werden, und und und..... die technischen Probleme die TEPCO in der nächsten Zeit, in den nächsten Jahren, in den nächsten Jahrzehnten lösen muss, scheinen endlos. Dabei mehren sich bei der  Betreiberfirma bereits die Schwierigkeiten "unverstrahltes" einsatzfähiges und qualifiziertes Fachpersonal für die Arbeit in der hochradioaktiven Zone zu finden.

Welche Verdrängungsarbeit Menschen (Kernkraftgegner eingeschlossen) leisten, die in der Nähe eines sich in Betrieb befindlichen Kernkraftwerkes wohnen, wissen wir alle im Schweinfurter Raum nur zu gut.

Wie das aber in Japan funkioniert erzählt ausführlich Barbara Namba, eine in Tokio lebende Würzburgerin im Artikel "Alltag in Japan" der Mainpost vom 9.3.2012 " „Wieso sollten wir weggehen? Wir sind hier doch gebunden“, sagt Namba. Aber wie kann man leben unweit einer gefährlichen Atomruine? Was ist mit der Strahlung? Wie erträgt man die Angst? „Japaner neigen nicht zur Panik. Und über Angst wird hier einfach nicht geredet“, sagt Namba. Und dann spricht sie darüber, wie sich Fukushima im ganz normalen japanischen Alltag auswirkt. Sie spricht also über – Brokkoli...................Reisen nach Deutschland aber sind für die nächste Zeit nicht vorgesehen. Warum nicht?„Ach, das ist so anstrengend“, sagt Namba. „In Deutschland wollen alle Leute mit mir nur über Fukushima reden. Wenn ich Freunde in Amerika besuche, dann kann ich dort auch mal andere wichtige Sachen in meinem Leben besprechen.“"